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Wohl keines von beidem. Natürlich wirft eine neue Form der Kommunikation Probleme
auf, an deren Lösung, je nach unterschiedlicher Intereßenrichtung,
gearbeitet wird. Das derzeitige Instrumentarium des Rechts reicht aber völlig aus, das Internet soweit wie nötig zu ordnen. Ein paar Dinge deren Wichtigkeit aber häufig übertrieben wird, bleiben noch in einer Grauzone. Bei der Aufarbeitung der Rechtsfragen des Internet sind politische Schnellschüße aus der Hüfte eher kontraproduktiv. Nicht nur Kontraproduktiv, sondern Chaos verursachend sind die von der politischen Klaße zum zwecke der Wählergewinnung verbreiteten Irrtümer über das Internet. Es dürfte jedem denkenden Menschen klar sein, daß das Internet nur Spiegel des menschlichen Lebens ist. Also tummeln sich dort genau wie im richtigen Leben Verbrecher, Dummköpfe, Naive, Personen jeden Alters und Geschlechtes, jeder politischen, religiösen und sexuellen Ausrichtung, Geschäftemacher und Idealisten. Warum sich also darüber aufregen, wenn im Internet, pfui, nackte Menschen auftauchen, Leute den Holocaust leugnen oder Dumme über den Tisch ziehen? Es ist in tausenden Jahren menschlicher Zivilisation nicht gelungen, unerwünschte Verhaltensweisen auszumerzen. Warum also sollte das jetzt im Internet möglich sein? Da wo das Internet wirklich chaotisch ist, beim Bloggen, Twittern und wie das sonst heißt, wird es plötzlich als das Medium der Zukunft gelobt. Als wenn Lokustüren, auf denen zwischen "Ernie und Bert sind schwul" und einer Telefonnummer, die verspricht "ich besorge es dir von hinten", berichtet wird: "der Heilge Geist war sehr verwundert, Maria klagt aus dreizehnhundert" sich wirklich von den Blogs und web2-communities unterscheiden. Gelaßenheit wäre eher angebracht als eine überwachungsbehörde, die mit Mitarbeitern bestückt wird, denen es Schwierigkeiten macht, ihren Browser so zu konfigurieren, daß Homepages auch dann aufgerufen werden, wenn sie nicht dem deutschen DIN-Standard entsprechen. |
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