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Was
hat ein Jurist im Marketing zu suchen? Rückblick
auf ¼ Jahrhundert Tätigkeit eines, der hochfliegende Konzepte mit
engstirnigen Einwendungen zu Fall bringt. A)
Womit schlägt sich der Jurist herum?
Wann wird der Jurist gebraucht? 1.
These: Desto
besser eine Idee klingt, desto
wahrscheinlicher ist sie rechtswidrig. oder Warum
macht das eigentlich keiner? Von
der Selbstüberschätzung 2.
These: Es
gibt keine neuen Ideen im Marketing oder Der
alte Hut links herum statt rechts herum gebürstet. Von
der Innovation. 3.
These: Wer
braucht/will/kauft denn das? oder Wahrheit
ist relativ. Von
der Zielsetzung. 4.
These: Was
wäre, wenn? oder Murphys
Law Von
der Fall-back-Version 5.
These: Jede
Idee wird besser als die, die sie ersetzt. oder Zweimal
gedacht hält besser. Vom
Unsinn des Wettbewerbs - Rechtsstreits. B)
Wie kann der Jurist mitwirken? 1.
Denkansatz
„advocatus diaboli" - Ansatz Gibt
es eine logisch naheliegende Interpretation (der Werbeaussage/des
Werbeauftritts), die rechtswidrig wäre? §§
1 und 3 UWG als Rechtsquelle 2.
Denkansatz:
law and order - Ansatz (operating within
the law) Gibt
es Vorschriften, die eine bestimmte Kennzeichnung, Gestaltung oder Aussage
vorschreiben oder verbieten? zum
Beispiel: FertigpackungsVO,
Lebensmittel-und-BedarfsgegenständeG, KosmetikVO,
LebensmittelkennzeichnungsVO, ArzneimittelG, HeilmittelwerbeG,
MarkenG, PatentG 3.
Denkansatz:
Strategie - (Konzept) - Ansatz Wenn
alle das genauso machen (oder wenn alle das ganz anders machen), warum
machen wir das so? Langfristige
Strategie gegen „Hit and run" / „kick and rush". 4.
Denkansatz:
Zielgruppen-Ansatz Das
versteht doch keiner (so)! Der
Jurist als Vermittler zwischen Marketing und Zielgruppe. 5.
Denkansatz:
Calculated-risk-Ansatz Wenn
es schief geht, müssen wir nicht den halben Schritt zurück, den wir über
die Grenze sind, sondern einen ganzen. Ist
Vorsicht tatsächlich die Mutter in der Porzellankiste? C)
Fazit: Der
Jurist ist nicht alles, aber
ohne ihn ist alles nichts. Verfasser. Bernd
J. Kaup, Rechtsanwalt Der
Vortrag wurde anläßlich des Silbernen Berufsjubiläums 1999 gehalten und
ist eine „pointierte“ Selbsteinschätzung des Autors. |
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